R.I.P. Adam Yauch alias MCA (1964 – 2012)

Gestern Abend erreichte uns die traurige Nachricht: Adam Yauch aka MCA von den Beastie Boys ist seinem Krebsleiden erlegen. Bereits 2009 war bei dem Bassisten und Rapper Ohrspeicheldrüsenkrebs diagnostiziert worden, Auftritte mussten abgesagt und das Album "Hot Sauce Committee Part 1" verschoben werden. Zwischenzeitlich keimte die Hoffnung auf, er habe die Krankheit besiegt. Doch an der Zeremonie anlässlich der Aufnahme der Beastie Boys in die Rock and Roll Hall of Fame im April konnte Yauch bereits nicht mehr teilnehmen. Er verstarb gestern in einem Krankenhaus in Manhattan. Gemeinsam mit seiner Band, den legendären Beastie Boys, schrieb Adam nicht weniger als Musikgeschichte. Ende der 70er als Hardcore-Punk-Band gestartet, wandten sich die Beastie Boys Anfang/Mitte der 80er dem Rap zu und veröffentlichten 1986 den Klassiker "Licensed to Ill". 1989 folgte das mit unzähligen Samples gespickte "Paul's Boutique", das noch heute gerne zum Zitateraten herangezogen wird. Mit "Check your Head" kehrten die Beastie Boys dann stärker zu ihren Punk-Wurzeln zurück, die auch auf dem Nachfolger "Ill Communication" (1994) noch deutlich hervorstachen. Die späteren Alben "Hello Nasty" (1998), "To the 5 Boroughs" (2004) und dem letztes Jahr schließlich als "Hot Sauce Committee Part Two" veröffentlichten letzten Album der Band waren aber wieder weitgehend purer HipHop. Auch die anfängliche Skepsis, die den Jungs aufgrund ihrer weißen Hautfarbe und ihren jüdischen Elternhäusern entgegenschlug, wandelte sich sehr bald in allgemeinen Respekt. Adam betätigte sich nicht nur als Bassist und Rapper bei den Beastie Boys. Unter dem ulkigen Pseudonym Nathaniel Hörnblowér führte er auch Regie bei zahlreichen Videos der Band, u.a. bei "So Watcha Want", "Intergalactic" und "Ch-Check It Out". Später gründete er eine Produktionsfirma, mit der u.a. den Film des Street-Art-Künstlers Banksy, "Exit through the Gift Shop" produzierte. Privat setzt er sich viel mit dem Buddhismus auseinander, 1996 konvertierte er zu dieser Glaubensform. Vermutlich rührte daher auch sein Engagement für das von China besetzte Tibet, 1996 veranstaltete er in San Francisco das Tibetan Freedom Concert, das über 100.000 Zuschauer anlockte. Yauch hinterlässt eine Frau und ein Kind. Mit seinem Tod verliert die weltweite HipHop-Gemeinde einen ihrer profiliertesten Protagonisten – und vermutlich auch einer der langlebigsten und innovativsten Crews überhaupt. Denn dass die beiden anderen Beastie Boys, Ad Rock und Mike D, nach dieser traurigen Nachricht noch weitermachen werden, erscheint ausgesprochen unwahrscheinlich. Bleibt nur, sein Andenken stets in Würde zu halten. Adam Yauch alias MCA war ein ganz Großer – und bleibt es auch über seinen Tod hinaus. Er ruhe in Frieden.  

R.I.P. Adam Yauch alias MCA (1964 – 2012)

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